Gemeinsam eine umfassende und nachhaltige Freiwilligenpolitik gestalten
Während des Summit of LOV stand eine der Breakout-Sessions ganz im Zeichen der Freiwilligen. Gemeinsam suchten die Teilnehmer nach Antworten auf eine wichtige Frage: Wie bauen wir in den kommenden Jahren eine breite, nachhaltige und herzliche Freiwilligenarbeit für LOV2030 auf?
In Leuven und der Region gibt es bereits heute einestarke Tradition der ehrenamtlichen Arbeit. Zahlreiche kulturelle Organisationen, Vereine und Initiativen können auf engagierte Freiwillige zählen. Das bietet Chancen für LOV2030: Wir können auf dem Bestehenden aufbauen, Menschen und Organisationen miteinander verbinden und auf der Grundlage gemeinsamer Werte zusammenarbeiten.
Doch wie sieht eine solche Freiwilligenarbeit aus? Wer übernimmt welche Rolle? Welche Unterstützung ist erforderlich? Und vor allem: Was bedeutet es, ein LOV-Freiwilliger zu sein?
„Es ging nicht nur darum, kulturelle Veranstaltungen zu unterstützen. Die Freiwilligen waren auch füreinander da: um sich zu treffen, neue Freunde zu finden und gemeinsam eine Gemeinschaft zu bilden.“
Erkenntnisse aus Chemnitz 2025
Wir ließen uns von Chemnitz 2025, der Kulturhauptstadt Europas in Deutschland, inspirieren. Die Erfahrungen von Anton Schneider, der dort das Freiwilligenprogramm mit aufgebaut hat, lieferten viele wiedererkennbare Erkenntnisse.
Eine wichtige Erkenntnis aus Chemnitz 2025: Fange rechtzeitig an! Der Aufbau des Freiwilligenprogramms begann dort bereits zwei Jahre vor dem Titeljahr. Anfangs erwies es sich als schwierig, Menschen zu erreichen. Nicht soziale Medien, sondern persönlicher Kontakt machte letztendlich den Unterschied. Das Team suchte Stadtviertel, Cafés und lokale Veranstaltungen auf, um mit den Einwohnern ins Gespräch zu kommen und sie für das Projekt zu begeistern.
Auch während des Titeljahres stand der persönliche Kontakt im Mittelpunkt. Freiwillige wurden nicht als (kostenlose) zusätzliche Arbeitskräfte betrachtet. Sie erhielten klare Erwartungen, Unterstützung und Wertschätzung. Es wurde in Schulungen zu den Themen Kommunikation, Inklusion, Erste Hilfe und Konfliktbewältigung investiert. Gleichzeitig erhielten die Freiwilligen Raum, selbst Initiative zu ergreifen und sich untereinander auszutauschen, beispielsweise im Rahmen des Programms „Volunteers for Volunteers“.
Die Erfahrungen aus Chemnitz 2025 zeigen, dass ein starkes Freiwilligenprogramm weit über praktische Unterstützung hinausgeht. Es schafft neue Begegnungen, stärkt lokale Netzwerke und lässt Menschen Teil einer größeren Geschichte werden. Genau darin liegt auch ein wichtiges Ziel für 2030.
(Lesen Sie weiter unter dem Video)
Was haben wir aus den Gesprächen gelernt?
Nach den Erläuterungen von Anton Schneider tauschten sich die Teilnehmer in kleineren Gruppen aus. Obwohl die Gespräche unterschiedliche Schwerpunkte setzten, tauchten einige klare Erkenntnisse immer wieder auf.
Der Mehrwert der ehrenamtlichen Arbeit
Menschen engagieren sich nicht nur, um irgendwo zu helfen. Sie suchen auch Verbindung, neue Begegnungen und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Deshalb sind Wertschätzung, Mitsprache und Einbindung unerlässlich.
Die Teilnehmer schlugen unter anderem vor, Aktivitäten für und von Freiwilligen zu organisieren, Raum für Feedback zu schaffen und eine starke Freiwilligengemeinschaft aufzubauen.
„Die Arbeit mit Freiwilligen erfordert Aufmerksamkeit, persönliche Beziehungen und Zeit, aber diese Investition bringt viel mehr ein, als sie kostet.“
Gute Begleitung macht den Unterschied
Eine erfolgreiche Freiwilligenarbeit erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Freiwillige müssen wissen, was von ihnen erwartet wird, und ausreichend Unterstützung erhalten.
Schulungen können dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Teilnehmer dachten unter anderem an Schulungen zu Kommunikation, Erster Hilfe und spezifischen Aufgaben. Auch der Wissensaustausch zwischen Organisationen und erfahrenen Freiwilligen wurde als großer Mehrwert angesehen.
Flexibilität ist unerlässlich
Nicht jeder möchte sich auf die gleiche Weise engagieren. Manche Menschen suchen eine langfristige Rolle innerhalb einer Organisation, andere helfen lieber gelegentlich bei Veranstaltungen. Deshalb sahen die Teilnehmer Chancen in einer Kombination aus festen Freiwilligen und einem flexiblen Freiwilligenpool, der auch von verschiedenen Organisationen genutzt werden kann.
LOV2030 kann verbinden
Eine auffällige Schlussfolgerung war, dass LOV2030 nicht unbedingt eine völlig neue Freiwilligenarbeit neben den bestehenden Initiativen aufbauen muss. Der größte Mehrwert liegt möglicherweise in der Vernetzung von Menschen, Organisationen und Fachwissen, die heute bereits in Leuven und der Region vorhanden sind.
Die Teilnehmer sahen für LOV2030 eine mögliche koordinierende Rolle, bei der Wissen geteilt wird, Freiwillige ihren Weg zu verschiedenen Organisationen finden und eine gemeinsame Identität entsteht, ohne dass die Eigenständigkeit bestehender Strukturen verloren geht.
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Wie geht es weiter?
Die Kerngruppe der Freiwilligen wird die Empfehlungen aus den Gesprächen in die weitere Ausarbeitung der Freiwilligenpolitik von LOV2030 einfließen lassen.
In den kommenden Monaten arbeiten wir weiter an einem Rahmenkonzept für die Freiwilligenarbeit. Dabei prüfen wir unter anderem, welche Rollen benötigt werden, wie Schulungen und Betreuung gestaltet werden können und wie wir eine starke Gemeinschaft aufbauen können, die auch nach 2030 Bestand hat.
Möchtest du auf dem Laufenden bleiben? Melde dich als Freiwilliger an und wir informieren dich als Erster über die Möglichkeiten, am Aufbau von LOV2030 mitzuwirken. Denn eine Kulturhauptstadt Europas schafft man nicht allein.
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