Löwen setzt sich voll und ganz für die Kulturhauptstadt Europas 2030 ein
Pressemitteilung 17. Februar 2023 – Der gesamte Kultursektor von Löwen unterstützt das Ziel, Kulturhauptstadt Europas 2030 zu werden.
Großer Andrang beim Treffen der Kulturszene
Mehr als 200 Vertreter aus dem breiten Kultursektor kamen am Freitagabend, dem 17. Februar, zusammen, um sich für Löwen als Kulturhauptstadt 2030 stark zu machen. Auffällig war die Vielfalt der Teilnehmer. Sowohl die großen Häuser als auch kleinere Kulturorganisationen und junge Talente waren vertreten. Die zentrale Frage lautet: Wie kann Kultur die Vorstellungskraft beflügeln, um unsere Stadt und Region im Jahr 2030 und darüber hinaus zu gestalten? Der Kultursektor ist mit an Bord.
Löwen hat bereits 2017 seine Kandidatur für die Kulturhauptstadt Europas 2030 bekannt gegeben. Damit ist die Stadt früh ins Rennen gegangen. In den letzten fünf Jahren wurde nicht nur eine groß angelegte Bürgerbefragung mit „Leuven Maak Het Mee” organisiert, sondern es entstanden auch neue Landschaftszeichnungen (Visionspapiere) aus dem Kulturbereich. Im Jahr 2019 wurde unsere Stadt außerdem von Europa zur Best Performing Cultural & Creative City gekürt. Das kulturelle Leben in Löwen pulsiert und ist in ständiger Bewegung. Aber auch die großen Netzwerke rund um Nachhaltigkeit, Innovation, Entwicklung und Bildung werden sich für die Kandidatur als entscheidend erweisen.
Vorstellen und verbinden
Zur Vorbereitung der Kandidatur engagiert die Stadt drei Intendanten, die ab dem 1. März den Prozess leiten werden und im Kulturbereich von Löwen zu Hause sind: Lore Baeyens (Bildungs- und Netzwerkexpertin), Sarah Bekambo (Künstlerin und Programmgestalterin bei Viernulvier) und Stijn Devillé (Theatermacher und Kulturunternehmer). Sie werden den Kultursektor mit auf den Weg nehmen.
„Die Kulturhauptstadt Europas feiert das kulturelle Leben im weitesten Sinne und damit auch unser Menschsein. Wer sind wir als Menschen? Was sind unsere Werte? Wie leben wir zusammen?“
Stijn Devillé ergänzt: „Wie sehen wir die Zukunft? Wir suchen in der Kultur nach der Vorstellungskraft, um unsere Zukunft positiv zu gestalten und eine nachhaltige, innovative und sozial gerechte Gesellschaft aufzubauen. Dieses Ziel steht für uns an erster Stelle.“ Sarah Bekambo bestätigt: „Das stimmt. Aber wenn man einfach weitermacht wie bisher, bekommt man auch das, was man schon immer bekommen hat. Und genau deshalb scheuen wir uns nicht vor unseren Verantwortlichkeiten und Herausforderungen und lassen auch den Verletzungen und der Verletzlichkeit, die in unserer Gesellschaft existieren, Raum. Das erfordert Mut und Offenheit.“ Lore Baeyens schließt: „Das wollen wir tun, indem wir mit allen ins Gespräch kommen und radikal neue Verbindungen knüpfen. Nicht wie gut wir jetzt schon sind, sondern wie viel besser wir gemeinsam werden können, ist die zentrale Frage. Wer steht aufrecht und nimmt diese Einladung an?“
Weiter auf soliden Fundamenten bauen bis 2030 und darüber hinaus
Löwen ist weltweit als Universitätsstadt und Spitzenreiter in Sachen Innovation bekannt. Es ist eine Stadt mit menschlicher Dimension, einer reichen Vergangenheit und einem Kultursektor, der floriert wie nie zuvor. Stadtfestivals wie „Utopia“ und „KNAL!“ zeigen, wie wir über verschiedene Sektoren hinweg zusammenarbeiten. Im Jahr 2025 feiern wir mit 600 Jahren KU Löwen nicht nur die älteste, sondern auch die innovativste Universität der Niederlande. Mit dem neuen Veranstaltungsort für darstellende Künste und der Umwidmung des historischen Rathauses kommen 2028 außerdem zwei bedeutende kulturelle Hotspots hinzu.
Kulturdezernent Bert Cornillie erklärt: „All diese Elemente sind Meilensteine auf dem Weg bis 2030. Aber das Jubiläumsjahr an sich ist nicht das Endziel. Das ist vielmehr eine fantasievolle Zukunft. Innovate for the better and for all. Kultur erleben bedeutet, Raum für Staunen zu lassen. Wenn die gemeinsame Erfahrung die Menschen berührt, fühlen sie sich um eine Perspektive reicher. Man wird zu einem vollständigeren Menschen und fühlt sich verbunden. Das ist auch eine Grundlage für Frieden. In Zeiten des Krieges kann das wichtig sein.“ Bürgermeister Ridouani ergänzt: „Es ist mein erklärtes Ziel, unsere Stadt und Region zu einem Zukunftslabor für Europa oder sogar zu einer Ideenschmiede für den Rest der Welt zu machen. Indem wir Kultur und Kreativität einen zentralen Platz einräumen, fördern wir die Vorstellungskraft, die dafür notwendig ist. Das können wir nicht alleine schaffen. Wir reichen den anderen Städten und Gemeinden in unserer Region die Hand. Gemeinsam mit Bürgerinitiativen, Kunst- und Kulturerbe-Organisationen, Vereinen, Unternehmen und Wissensinstitutionen wollen wir unsere gemeinsame Zukunft gestalten. Dabei stützen wir uns auf das sogenannte Löwen-Modell, in dem radikal neue Verbindungen geknüpft werden. Das kann ein Beispiel für andere Städte und Regionen in Europa sein.“
Nächste Schritte
- Das Intendantenteam wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem Team von KU[N]ST Löwen und der Kulturdirektion der Stadt die Zukunftsvision auf der Grundlage der Reaktionen und des Engagements in der Branche, der Stadt und der Region weiter ausarbeiten. Der Aufbau radikal neuer Verbindungen beginnt ab heute.
- Im Frühjahr dieses Jahres werden weitere Treffen stattfinden, an denen auch andere gesellschaftliche Sektoren und Netzwerke beteiligt sein werden.
- Das Bidbook für die formelle Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt muss aller Voraussicht nach in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 eingereicht werden. Der genaue Zeitplan seitens Belgiens und Europas steht noch nicht vollständig fest, aber Löwen ist bereit, schon heute gemeinsam an der Welt von morgen zu arbeiten.